Wie fühlt sich der Wechsel von Sauna und Eisbad an?
Nach einigen Minuten stehe ich auf, öffne die Tür und trete hinaus in die Kälte. Die Socken lasse ich an, der Schnee unter den Füßen ist sonst zu kalt. Das Eisloch liegt nur wenige Meter entfernt, gut sichtbar. Ich gehe ruhig aber mit zügigen Schritten hinüber. Über eine kleine Treppe steige ich ins Wasser. Die Kälte empfängt mich unmittelbar und klar. Mein Körper reagiert sofort, der Atem wird tiefer, alles wird wach. Sekunden im kalten Wasser genügen. Ich stoße mich kurz vom Rand ab, eine Hand bleibt am Geländer. Es fühlt sich gleichzeitig befreiend und respektvoll an. Dann kehre ich dem See den Rücken zu und laufe zurück zur Sauna.


Zwei Durchgänge, ein klarer Rhythmus
Kaum sitze ich wieder in der Sauna auf dem warmen Holz, spüre ich, wie sich die Hitze langsam über meine Haut legt. Sie wirkt intensiver als zuvor, löst die Spannung aus Schultern und Rücken und bringt eine angenehme, schwere Ruhe mit sich. Mein Atem wird wieder gleichmäßig, während meine Gedanken noch beim Eisloch sind, bei der klaren Kälte und dem kurzen Moment des Eintauchens. Nach und nach verbindet sich beides und die vollständige Entspannung setzt ein.
Auf dem Weg zurück ins Hotel gehe ich langsam durch den Schnee. Die Kälte fühlt sich nach dem zweiten Saunagang anders an – klar, aber nicht mehr so scharf. Mein Körper ist warm, die Gedanken im Kopf ruhig.

Der Wechsel zwischen Sauna und Eisloch gehört einfach dazu. Er ist nicht spektakulär, aber klar und direkt. Erst wenn man selbst im Wasser war und danach wieder auf dem warmen Holz sitzt, versteht man, warum es sich lohnt, das einmal auszuprobieren.
Ihre Odile Born


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