Hütten mit Schnee und verschneite Bäume Sonnenuntergang

Lappland im Winter: Wie sich –20 Grad anfühlen

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Teil 5 – wie fühlen sich Temperaturen um -20 Grad in Lappland eigentlich an?

Odile Born berichtet für Sie


Als ich bei über –20 Grad vor das Hotel trete, spüre ich sofort, was diese Zahl bedeutet. Nicht auf dem Thermometer, sondern im Gesicht, an den Händen, in der Atemluft. Die Kälte ist trocken und direkt. Sie legt sich auf meine Wangen und kitzelt etwas unangenehm in der Nase, macht jeden Atemzug sichtbar. Ich bleibe kurz stehen, prüfe wie automatisch Reißverschlüsse und Handschuhe.

Warum sich -20 Grad anders anfühlen

Schon nach wenigen Minuten draußen verändert sich mein Empfinden. Die Kälte ist nicht stechend, sondern gleichmäßig präsent. Im Gesicht entsteht ein deutliches Ziehen, besonders an den Wangen. Die Atemluft wirkt kühler und klarer, ich atme ruhiger ein und aus. Wenn ich die Handschuhe zu lange ausziehe, melden sich die Finger sofort. Erst ein leichtes Kribbeln, dann eine spürbare Einschränkung der Beweglichkeit.

Die Minusgrade sind nicht aggressiv, aber konsequent. Sie lassen sich nicht übergehen. Ich merke schnell, dass hier eine gewisse Aufmerksamkeit wichtiger ist, als Härte. Jede ungeschützte Stelle reagiert unmittelbar. Gleichzeitig fühlt sich die trockene Kälte anders an als feuchte Wintertage zu Hause. Sie ist klarer, direkter, aber eigentlich auch weniger unangenehm, solange ich in Bewegung bleibe.

Thermometer Holzblock -20 Grad Schnee
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Bewegung als Anpassung

Bei einer Temperatur von um die –20 Grad bekommt Bewegung eine neue Funktion. Ich gehe gleichmäßiger, ohne Hast. Wenn ich stehen bleibe, verlagere ich das Gewicht, bewege Hände und Füße. Diese kleinen Routinen entstehen fast automatisch. Reißverschluss schließen, Schal über die Nase und Teile des Gesichts ziehen, Handschuhe wechseln, bevor es nötig wird.

Ich beginne, meinem Körper genauer zuzuhören. Das Tempo anpassen, bevor ich zu frieren beginne. Im Voraus schon eine zusätzliche Schicht anziehen, damit es draußen nicht unangenehm wird. Pausen gehören dazu, ebenso wie bewusstes Weitergehen. Es geht nicht darum, die Kälte auszuhalten, sondern mit ihr zu arbeiten und die geänderten Bedingungen zu genießen.


Nach ein paar Tagen im Winter Lapplands merke ich, wie sich mein Umgang mit der Kälte verändert. Als ich eines Morgens länger draußen stehe und bewusst ruhig atme, spüre ich: Sie ist noch da, aber sie überrascht mich nicht mehr. Ich bewege mich gleichmäßiger und nehme diese andere, trockene Kälte bewusst an. Sie gehört inzwischen selbstverständlich zu meinem Tagesablauf – und damit zu diesem Urlaub.

Unser #anderskalt beschreibt für mich genau dieses Gefühl bei –20 Grad: trocken, klar und präsent, aber nicht abweisend. Ich habe mich erstaunlich schnell darauf eingestellt. Die Kälte gehört zum Tagesablauf, zur Bewegung draußen, zu den Aktivitäten im Schnee. Sie war für mich nie ein Hindernis, sondern immer ein Teil des Erlebnisses – und genau das macht diese Reise für mich so besonders.

Ihre Odile Born

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