Galleria Vittorio Emanuele in Mailand am Abend

Ein Abend an der Mailänder Scala

von

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ein Opernabend zwischen Parkett, Loggione und gesellschaftlichem Ritual

unser Reiseleiter Siggi Brink für Sie unterwegs


Ein Abend an der Scala gilt als fester Bestandteil der europäischen Opernkultur. Der Erfahrungsbericht beschreibt Sitzplätze im Parkett und in den Logen, die Rolle der Loggione-Fans, formale Regeln des Hauses sowie Abläufe vor, während und nach der Vorstellung an der Mailänder Scala. „Von meinem Platz im Parkett sehe ich jedes Detail – und von oben höre ich die Rufe der Loggione-Fans. Diese Mischung macht den Scala-Abend einzigartig.“

Rahmen und Bedeutung eines Scala-Abends

Ein Abend an der Scala ist kein gewöhnlicher Opernbesuch. Schon beim Betreten des Foyers wird klar: Hier geht es um mehr als Musik. Kleidung, Pünktlichkeit, Atmosphäre – alles folgt Regeln, die aus einem Konzert ein gesellschaftliches Ritual machen.

Mein Platz liegt im Parkett, Reihe sieben, mitten im Saal. Erste Kategorie – nah an der Bühne, freie Sicht, volle Akustik. Auch im ersten Rang, in den vorderen Logen über dem Parkett, sitzt man hervorragend: leicht erhöht, mit frontalem Blick auf die Bühne.

Dirigent Hände mit Stab im Konzert

Kleidung, Pünktlichkeit und Hausregeln

Bei einem Scala-Abend zählt der Rahmen. Shorts oder ärmellose Shirts sieht man nicht, gepflegt-elegante Kleidung ist ausreichend, bei Premieren wird es deutlich formeller. Wer zu spät kommt, muss draußen warten: Parkett und Galerie öffnen erst zur Pause. Meinen Mantel gebe ich an der Garderobe ab – kostenlos.

Publikumskultur im Loggione

Dann die Spannung im Saal: Von oben, im „Loggione“, meldet sich das berühmt-berüchtigte Publikum. Die „loggionisti“ gelten als leidenschaftlichste Opernfans der Welt. Sie jubeln begeistert – und buhen gnadenlos, wenn sie nicht überzeugt sind. Dass selbst Pavarotti oder Roberto Alagna hier schon ausgebuht wurden, gehört zur Scala-Folklore. Von meinem Platz unten höre ich die Rufe deutlich – dieser Kontrast macht den Abend besonders.

In der Pause drängen sich die Gäste an Bars und Buffets. Wer vorbereitet ist, hat Getränke oder ein Menü online reserviert. Die Pause ist hier Treffpunkt: man flaniert, spricht, schaut sich um.

Frau am Piano in der Scala in Mailand
Cocktails und Drinks in der Scala in der Pause

Abendlicher Ausklang rund um die Scala

Zurück im Saal helfen mir Untertitel auf Englisch, direkt am Platz. Alternativ bietet die App „Libretto Scala“ Unterstützung. Fotografieren ist tabu, Handys bleiben aus – daran halten sich alle.

Nach dem letzten Vorhang gehe ich hinaus auf die Piazza. Die Galleria Vittorio Emanuele II ist hell erleuchtet, viele Gäste nehmen noch einen Aperitivo. Gleich nebenan im Restaurant „Il Foyer“ lässt sich der Abend elegant verlängern.

Für mich ist klar: Ein Abend in der Scala vereint Musik, Gesellschaft und Publikum wie in kaum einem anderen Opernhaus. Genau das macht ihn unvergesslich.

Ihr Siggi Brink

Reiseleiter Siggi Brink vor Statue

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