Nach anderthalb Stunden auf dem Burgenweg oberhalb von Barr führt uns der Pfad direkt zur Auberge du Moenkalb – ein kleiner Landgasthof mitten in den Vogesenhängen. Wir lassen uns an einem freien Steintisch auf der Wiese nieder, gleich unter dem alten Baum, für etwas Schatten.
Wandern und Einkehr
Bei einer jungen Frau bestellen wir zwei kühle Bier. Wir unterhalten uns mit ihr in drei Sprachen. Ein bisschen Französisch, ein bisschen Deutsch, ein bisschen Englisch. Im Elsass kommen wir immer sehr gut durch, die Älteren sind sogar meistens fließend in unserer Sprache. Serviert wird hier, was der Tag hergibt: Couscous mit Schweinefleisch vom Bauern aus dem Dorf und Gemüse aus dem eigenen Garten. Ganz einfach, aber richtig lecker. Der perfekte Ort für eine Einkehr nach dem Wandern oder Biken.


Der Odilienberg – ein Ort mit Weitblick und Geschichte
Später fahren wir noch auf den Odilienberg. Genug gelaufen für einen Tag. Am Wochenende ist hier oben im Kloster zwar etwas mehr los, aber allein für die Aussicht lohnt sich der Besuch in jedem Fall. Wir spazieren außen um die alten Mauern herum und staunen, als sich die Gipfel der Vogesen weit vor uns auftun. Wer an Orte mit besonderer Kraft glaubt, fühlt sich hier sofort angesprochen.
Straßburg am Abend
Am Abend zieht es uns nach Straßburg, pünktlich zum Sonnenuntergang am Münster. Es ist kaum zu beschreiben, wie die roten Sandsteine in diesem goldenen Licht zu leuchten beginnen. Mit meiner Kamera springe ich von Motiv zu Motiv – jede Perspektive scheint noch schöner als die vorige. Meine Begleitung macht es entspannter: Sie sitzt auf den warmen Sandsteinblöcken am Münsterplatz und schaut den Kindern zu, die lachend durch das kleine Wasserspiel rennen.

Straßburg am Morgen
Früh am Morgen wirkt Straßburg wie verwandelt: still und verschlafen. In einer kleinen Boulangerie holen wir Croissants und Kaffee zum Mitnehmen und laufen damit direkt wieder zum Münster. Der Platz ist fast leer, nur ein paar Tauben sind unterwegs. So ein Frühstück zu erleben – unbezahlbar. Sobald sich die Türen öffnen, treten wir ein in dieses gewaltige Bauwerk. Ich will unbedingt die berühmte Astronomische Uhr sehen, in der sogar noch ein paar Originalteile aus dem 14. Jahrhundert stecken.

Und wieder bekomme ich große Augen: Wahnsinn, was die Menschen schon vor so langer Zeit erschaffen konnten.
Haben wir Ihre Lust auf das Nachbarland geweckt? Dann buchen Sie doch am besten direkt Ihre Reise ins Elsass.
Ihre Susanne Vorbeck





