Blick auf Alberobello in Apulien

Wie wird ein Schweizer zum Apulier?

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von Zürich nach Apulien – und geblieben bis heute

Fabio Stasolla berichtet über Apulien


Ich bin Schweizer – und seit einigen Jahren Apulier. Angefangen hat alles, als meine italienischen Großeltern hier ein Haus kauften. Für mich war das der Beginn einer großen Liebe, und heute kann ich mir kein anderes Zuhause mehr vorstellen.

Meine erste Begegnung mit Apulien

Als ich vor über 20 Jahren das erste Mal in Apulien ankam, war Spätsommer. Die Luft roch nach Salz, Oliven und frischem Brot. In einem weißen Dorf saßen Frauen vor den Türen und formten Orecchiette. Eine rief mir zu: „Vuoi assaggiare?“ – und schon hatte ich einen Teller Pasta in der Hand. Diese Selbstverständlichkeit, dieses Teilen, macht Apulien für mich aus. Bis heute. Hier reicht ein Duft oder ein freundliches Wort – und du fühlst dich sofort zuhause.

Der Geschmack Apuliens – Einfachheit, die unvergesslich bleibt

Was Gäste als Erstes mit Apulien verbinden, ist der Geschmack. Der ist Wahnsinn. Ein Glas kräftiger Primitivo aus dem Salento, Mozzarella, der morgens noch warm ist, gegrillter Fisch direkt vom Markt in Gallipoli. Die Küche ist einfach, frisch, ohne Umwege. Genau das macht sie unvergesslich. Wenn ich samstags über den Markt gehe, kennt mich fast jeder Stand. Da ruft einer: „Fabio, heute musst du die Seeigel probieren!“ – und schon halte ich eine geöffnete Schale in der Hand. Diese Nähe, dieses Teilen gehört hier dazu.

Trulli in Apulien weiße Häuser mit rundem Dach
Fischer im Hafen in Gallipoli in Apulien

Herzlichkeit und Gelassenheit im Alltag

Italiens Stiefelabsatz wirkt vielerorts noch so, wie ich ihn vor 20 Jahren kennengelernt habe. In Ostuni sitzen die Menschen am Abend auf den Stufen ihrer weißen Häuser, erzählen, lachen, beobachten das Treiben auf der Piazza. In den kleinen Dörfern des Salento stellen ältere Frauen noch immer ihre Stühle vors Haus und plaudern mit den Nachbarn. Und wenn du unterwegs bist, kann es passieren, dass dir jemand einfach eine Tomate oder eine Handvoll Feigen reicht. Diese Ungezwungenheit macht den Alltag hier aus – und genau das spürt man sofort.

Olivenhaine, Meer und Licht – die Natur Apuliens

Fährst du durch diese Region, siehst du endlose Olivenhaine. Manche Bäume sind so alt, dass ihre Stämme wie Skulpturen wirken. Dahinter blitzt immer wieder das Meer auf – mal türkis und ruhig, mal rau und voller Gischt. Im Salento zieht es mich oft an kleine Strände, die fast menschenleer sind. Dort gehe ich schwimmen, wo das Wasser so klar ist, dass du den Sand unter deinen Füßen siehst. Und wenn der Abend kommt, verändert sich die Atmosphäre in den Städtchen. Kinder jagen über das Pflaster der großen Piazzen, in den Gassen erklingt Musik, und aus den Bars und Restaurants mischt sich fröhliches Stimmengewirr. Jetzt beginnt das dolce vita auf den Straßen.

Matera in Apulien mit blauer Ape und alten Häusern

Gallipoli – das Meer zum Greifen nah

In Gallipoli spüre ich das Meer in jeder Ecke. Am Vormittag legen die Fischer mit ihren Booten an, sortieren die Netze und verkaufen den Fang direkt vom Kahn. Zwischen den Ständen auf dem Markt stapeln sich Muscheln, Krabben und glänzende Fische – der Geruch von Salz und Algen liegt in der Luft. Später, wenn die Sonne tiefer steht, schlendere ich durch die Altstadt auf der kleinen Insel. Enge Gassen, weiß gekalkte Häuser, dahinter immer wieder ein Blick auf das Wasser. Und am Abend sitzen die Menschen auf der Stadtmauer, trinken ein Glas Wein und schauen zu, wie die Sonne im Meer versinkt

Trulli und das stille Hinterland – Apuliens Seele im Landesinneren

Im Hinterland wird es dann still. Zwischen den Olivenhainen tauchen Trulli auf – kleine Rundhäuser mit spitzen Dächern. Die Trockenmauern ziehen sich wie Linien durch die Felder, manchmal sitzen Eidechsen darauf und sonnen sich. In den Dörfern läuft die Zeit noch langsamer. Auf der Piazza stehen ein paar Stühle, zwei ältere Herren in akkurat gebügelten Hemden spielen Karten, während ein kleiner Junge gerade das Brot vom Bäcker nach Hause trägt. Ein friedliches Leben ohne Glitzer – aber mit dem Wert des Einfachen.

Masseria mit Olivenhainen

Und genau das ist es, was ich meinen Gästen zeigen möchte. Nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, sondern diesen Alltag, die Begegnungen, den Geschmack.

Ihr Fabio Stasolla

Fabio in Apulien

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